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Dienstag, 6. Oktober 2009

Placebo als Heilmittel

Es gibt viele sogenannte alternative Heilmittel, deren Wirksamkeit unter wissenschaftlichen Untersuchungsbedingungen nicht nachweisbar ist. D. h. sie sind nicht wirksamer als ein Mittel, das keine Wirkstoffe enthält, ein sogenanntes Placebo. Dennoch verspürt ein erheblicher Anteil von Versuchspersonen einen Heilungseffekt bei Einnahme dieser Mittel, wenn die Personen vorher nicht wissen, dass das Mittel wirkungslos sein soll. Dies nennt man den Placebo - Effekt. Wissenschaftliche Untersuchungen stufen z.B. auch homöopathische Mittel als Placebos ein, weil in einem Doppelblindversuch der Anteil der Versuchspersonen, die Besserung durch Homöopathie verspüren, nicht größer ist als der Anteil von Personen, die ein Mittel ohne Wirkstoffe bekommen. Dennoch ist die Homöopathie unvermindert beliebt und wird angewendet, obwohl die Patienten dies häufig aus eigener Tasche bezahlen müssen. Schulmedizin und Alternativmedizin werfen der jeweils anderen Seite unzulässige Untersuchungsmethoden vor.

Möglicherweise sollten jedoch beide ihren Platz zu Recht behalten dürfen:
Die Pharmaindustrie sucht nach Medikamenten, die in großer Stückzahl gleichartig hergestellt werden und deren Wirksamkeit an einer hinreichend großen Anzahl von Versuchspersonen getestet wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Versuchspersonen im wesentlichen gleich auf die Wirkstoffe reagieren. Auf diese Weise findet man natürlich nur Medikamente, deren Wirksamkeit nicht wesentlich durch die vorhandenen Unterschiede zwischen Menschen beeinflusst wird. Es gibt inzwischen allerdings Ansätze, Alte und Junge, Frauen und Männer oder Schwarze und Weiße unterschiedlich zu behandeln, weil sie unterschiedlich auf manche Medikamente reagieren. Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass der Stoffwechsel von Mensch zu Mensch und beim selben Menschen von Tag zu Tag unterschiedlich ist. Bei empfindlichen Wirkstoffen könnte es also sein, dass die Varianz der Versuchspersonen den wissenschaftlichen Wirkungsnachweis verwischt. Wissenschaftliche Untersuchungen können nur Gesetzmäßigkeiten, also Gleichverhalten unter vorgegeben Bedingungen, feststellen, wenn die Bedingungen genügend genau zu definieren und berechenbar sind.

Wirkstoffe, die diese Bedingungen nicht erfüllen, können im Einzelfall dennoch wirksam sein. In Kenia habe ich z.B. erlebt, dass Weiße, die unter Sonnenallergie litten, bei Anwendung einer Kräutermedizin des Medizinmannes wieder in die Sonne gehen konnten, ohne störende Symptome. Ich bin ziemlich sicher, dass eine Vermarktung dieser Kräutermedizin dennoch erfolglos bliebe. Personen, denen ein Mittel hilft, aus welchen Gründen auch immer, werden immer wieder darauf zurückgreifen, auch wenn man Ihnen sagt, dass eine Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Die Tatsache, dass man keine Erklärung für die Wirksamkeit hat, sagt ja nicht, dass es keine Erklärung gibt. Wenn die Wirkung von so vielen Parametern abhängig ist, dass sie prinzipiell nicht mehr berechenbar ist, muss man eben hinnehmen, dass im Einzelfall eine Heilung eintritt. Das heißt, man kann durch Ausprobieren die gewünschte Wirkung finden. Dies ist auch in der Schulmedizin manchmal so. Wenn ein Mittel hilft, weil der Glaube des Patienten die Heilung bewirkt, sollte es eigentlich interessant sein generell Wege zu finden um den Glauben der Menschen zu beeinflussen und so ihre Heilung zu bewirken.
Natürlich ist es sinnvoll zunächst Heilungsverfahren zu nutzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich unterlegt ist. Doch wenn diese nicht bei allen helfen oder die Nebenwirkungen unerträglich werden, sollten auch Ärztinnen und Ärzte nicht zögern Alternativmethoden anzuwenden.

Samstag, 7. März 2009

Urpuff statt Urknall

Die moderne Kosmologie geht davon aus, dass das Universum vor ca. 14 Milliarden Jahren aus einem punktförmigen Energieblitz entstand. Mit Hilfe der Elementarteilchenphysik traut man sich zu, die Energiestruktur und Teilchenumwandlung in den ersten 10 hoch-35 Sekunden berechnen zu können. Um die Berechnungen mit heutigen Messungen der Hintergrundstrahlung ( s. Wikipedia ) des Universums in Einklang zu bringen muss man dann allerdings annehmen, dass das Universum sich dann zusätzlich plötzlich in Überlichtgeschwindigkeit auf makroskopische Größe ( s. Wikipedia: Inflationäres Universum )ausdehnte, was erst noch mit der Relativitätstheorie in Einklang gebracht werden muss. Für die Berechnungen der Entstehung der Sterne und Galaxien muss zusätzlich angenommen werden, dass es sogenannte dunkle Materie im Universum gibt, die sich nur durch Schwerkraft bemerkbar macht, und deren Anteil viel größer ist als der Anteil normaler Materie. Messungen der Geschwindigkeit, mit der sich Galaxien voneinander entfernen legen neuerdings nahe, dass man zusätzlich weiterhin sogenannte dunkle Energie( s. Wikipedia) einführen muss, die zu einer beschleunigten Ausdehnung des Universums führt. Der Anteil dieser dunklen Energie ist wiederum viel größer, als der Anteil " Normaler" Energie im Universum.

Wenn man schon neue Wirkungen wie dunkle Energie und dunkle Materie in unser Weltbild einführt, sollte man jedoch prüfen, ob diese Akteure nicht ein einfacheres Gesamtbild zulassen: Es kann ja sein, dass dunkle Materie und dunkle Energie schon immer da waren, auch vor dem Urknall. Es kann ja sein, dass die anziehende Komponente und die expandierende Komponente zusammen Fluktuationen und lokale Dichteänderungen produzieren, die dann eine Umwandlung dunkler Materie und Energie in "sichtbare" Materie in einem makroskopischen Bereich praktisch zeitgleich bewirkt, so dass eine überlichtschnelle Expansion in den ersten Sekundenbruchteilen nicht mehr nötig wäre. Dies entspräche mehr einer Verpuffung statt eines punktförmigen Knalls. Die Ausdehnung des Universums wäre dann bis heute nur ein Mitnahmeeffekt des Verhaltens der dunklen Komponenten, die die sichtbare Materie mitschleifen.

Allerdings wären dann Berechnungen etwas schwieriger, da man über die dunklen Komponenten so wenig weiß. Von Vorteil aus wäre dagegen, dass man keine Einmaligkeit unseres Universums annehmen muss, sondern dass ähnliche Vorgänge immer wieder stattfinden, also immer wieder neue Universen entstehen, die natürlich keinen direkten Kontakt miteinander haben können.

Sonntag, 4. Januar 2009

Unberechenbarkeit ist ein Überlebensvorteil

Wer sich in einfacher Weise z.B. reflexgesteuert oder triebgesteuert immer wieder gleichförmig verhält, macht es anderen leicht sein Verhalten vorauszusagen und auszunutzen. Bären in Kanada haben z.B. gelernt, dass immer zur gleichen Zeit die Lachse flussaufwärts ziehen und durch fast nichts daran gehindert werden Stromschnellen durch Sprünge zu überwinden. Die Bären brauchen sich nur an der richtigen Stelle aufzustellen und die Lachse in der Luft wegzufangen. Wer überleben will muss also entweder in großen Mengen auftreten, wie die Lachse oder unberechenbares Verhalten entwickeln, wie die sogenannten höheren Lebewesen. Sie haben im Lauf Ihrer Entwicklung zu fast jedem Trieb auch eine Triebbremse entwickelt, wie z.B. Angstgefühl. Das verhindert, dass sie sofort und unbedacht spontan einer Verlockung folgen. Bei der Entwicklung zum Menschen wurde dies verfeinert, z.B. durch Ablenkung hin zu möglichen größeren Verlockungen in der Zukunft ( Karriereaussichten ), was uns befähigt auf die unmittelbare Triebbefriedigung zu verzichten. Diese Balance der Kräfte ( s.a. http://filfys.twoday.net/stories/4545408 und http://filfys.twoday.net/stories/1874205 ) gibt dann die Möglichkeit dass das eigene Verhalten durch minimale Handlungsimpulse gesteuert werden kann. Die Evolution brauchte dann nur noch einen kleinen Zufallsgenerator zu entwickeln, um hin und wieder ein Verhalten zu ermöglichen, das von der Norm abweicht und so das eigene Verhalten unberechenbar macht. Solch ein Zufallsgenerator könnte z.B. die strukturelle Unruhe einzelner Moleküle sein.

Andererseits wünschen wir aber, dass andere sich berechenbar verhalten, weil das das Zusammenleben in der Gruppe sehr erleichtert. Lebewesen, die sich absolut chaotisch verhalten, können keine Partnerschaft eingehen, weil der Partnerschaftsvorteil u.a. auch in einer gewissen Verlässlichkeit und damit in einer gemeinsamen Effizienzsteigerung besteht. Wir haben im Verlauf der Evolution gelernt, Gesetzmäßigkeiten im Verhalten anderer zu erkennen, so dass zwar im Einzelfall immer Überraschungen auftreten können, aber bei mehreren Versuchen die Chance steigt, das Verhalten anderer im Mittel vorauszusagen und sich darauf einzustellen. Insofern ist nicht nur etwas Unberechenbarkeit ein Überlebensvorteil sondern auch das Wahrnehmungsvermögen für Gesetzmäßigkeiten. Diese Eskalation der Fähigkeiten geht immer weiter. Die Wissenschaft versucht das menschliche Verhalten möglichst gut vorauszusagen und viele von uns versuchen dieser Transparenz möglichst zu entgehen, indem sie z.B. die Intimität ihrer Daten zu schützen versuchen.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Nih = Not invented here oder warum wir fremde Gedanken ablehnen

Ideen, die von anderen Menschen vorgetragen werden, stoßen oft zunächst auf Skepsis. Bei Wissenschaftlern wird dieses Phänomen scherzhaft als "not invented here ( nih) = nicht hier erfunden" bezeichnet. In der Wissenschaft hat das den erwünschten Effekt, dass neue Ideen sich erst gegen alle möglichen Einwände bewähren müssen, bevor sie akzeptiert werden. So vermeidet man, dass Wissenschaft durch eine Flut von unausgegorenen, meist inkonsistenten Ideen zugemüllt wird. Aber auch im täglichen Leben begegnet man oft solch einer Skepsis. Es spricht einiges dafür, dass diese Skepsis tiefere Gründe hat. Wenn ein anderer eine Idee hat, die ich nicht hatte, bedeutet das, dass er mir in diesem Punkt überlegen ist, wenn die Idee gut ist. So etwas wird kampflos nur hingenommen, wenn die Überlegenheit des anderen in meinen Augen schon von vornherein anerkannt ist, wenn unser Positionsvergleich also schon früher stattgefunden hat. So ist das bei Rudeltieren wohl üblich. In Partnerschaften, wie der Ehe, kann man oft beobachten, dass Ideen des Partners zunächst nicht akzeptiert werden, jedenfalls dann, wenn die Rangordnung noch strittig ist....
Wenn man also eigene Ideen einbringen will, ohne dafür kämpfen zu müssen, und auf die Urheberschaft verzichten kann, empfiehlt es sich eine Situationsbeschreibung so abzufassen, dass die Zuhörer dazu geführt werden, selbst die gewünschte Idee als Lösung zu entwickeln. Sie werden die Idee dann als ihre eigene empfinden und daher nicht abwehren.

Dienstag, 30. September 2008

Patchwork Universum

Die Welt besteht nach Aussage der Wissenschaftler aus Teilchen, ist also keine homogene Masse. Bis ins kleinste Detail ist sie in Quanten unterteilt. Diese Teilchen bilden zusammenhängende Strukturen, z.B. auch Lebewesen. Sterne und Galaxien im Weltraum bilden klumpige Überstrukturen, die wieder als Individuen beschreibbar sind und sich als Pakete bewegen. Die Gehirnforschung sagt, dass unsere Gedankenwelt durch parallele Bearbeitung verschiedener Teilgedanken strukturiert ist, die miteinander darum konkurrieren ins Bewusstsein vorzudringen. So ist es nicht verwunderlich, dass moderne Malerei scheinbar unzusammenhängend Einzelmotive zu Bildern zusammenfügt. Moderne Musik fügt ebenfalls Einzelmotive zu Gesamtwerken zusammen. Vielleicht zieht sich die Struktur von der kleinsten Ebene bis in die größte durch und zeigt so Ähnlichkeiten in allen Bereichen. Vielleicht sollten Neurologen von Physikern lernen und Physiker von Neurologen und Wissenschaftler von Künstlern und Künstler von Wissenschaftlern. Gedanken aufzuschreiben, wie sie kommen, ist ein Weg, das Universum zu beschreiben. Der Zusammenhang sollte sich von allein herstellen und irgendwann bewusst werden.

Freitag, 8. August 2008

Gott oder Physik

Bei der Frage, wie die Welt entstanden und zu beschreiben ist, scheiden sich weltweit die Geister. Vor allem in den USA gibt es einen erheblichen Anteil der Bevölkerung, der die biblische Schöpfungsgeschichte als reale Beschreibung der Entstehung der Welt betrachtet. Dieser Kreationismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus) geht davon aus, dass ein übernatürliches Wesen (ein intelligenter Designer ) die Welt in einer Kette plötzlicher Schöpfungsakte produziert hat. Im Gegensatz dazu berufen sich viele moderne Philosophen und Naturwissenschaftler auf die Physik als elementare Beschreibungsform der Welt auf die sich letzten Endes alle Wissenschaft reduzieren lasse. Gott sei für eine Beschreibung der Welt überflüssig. Gehirnforscher haben herausgefunden, dass religiöse Gefühle im linken Schläfenlappen des menschlichen Gehirns erzeugt werden. Dies weise auf materielle Ursachen religiöser Gefühle hin. Religion sei also eine Art Reizung des linken Schläfenlappens.
Selbstverständlich sind alle der Meinung, dass sie recht haben und die anderen sich irren. Geht man nun davon aus, dass auch die Vertreter anderer Meinungen intelligente Menschen sind ( dass also intelligentes Leben auch außerhalb der jeweiligen Glaubensgruppe existiert :)), sollte man untersuchen, ob es eine Beschreibung für das Universum gibt, die alle Aspekte berücksichtigt, zumindest im Groben. Wenn Physiker wie Roger Penrose und Thomas Görnitz sich mit der Frage beschäftigen, ob menschliches Denken auf quantenmechanische, also physikalische Vorgänge zurückzuführen ist, wenn außerdem ein großer Teil der Menschheit religiös ist und so die Frage provoziert, warum die Evolution religiöse Gefühle im linken Schläfenlappen produziert und offensichtlich erolgreich erhalten hat, scheint es plausibel, den nächsten Schritt zu tun und nach einer physikalischen Beschreibung Gottes zu suchen; natürlich unter der Prämisse, dass es so etwas wie Gott gibt.
Legt man die detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Religionen zugrunde, so ergibt sich das Problem, dass zur Beschreibung Gottes zu viele frei wählbare Parameter existieren, was natürlich zu beliebig vielen unterschiedlichen Darstellungen führt, die, wenn sie mit entsprechender Vehemenz vertreten werden, zu Religionskriegen führen. Versucht man jedoch, sich auf ein mehr pantheistisches Modell zu beschränken, dass nicht zu den Erkenntnissen der Physik im Widerspruch stehen sollte, ließe sich vielleicht ein tragbarer Kompromiss herstellen.

Ein solches Modell könnte z.B. davon ausgehen, dass die Elementarteilchen, aus denen die Welt besteht, nicht zeitlich permanent existieren, sondern mit einer sehr hohen Frequenz immer wieder neu erschaffen werden durch imaginäre Teilchen, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen. Ein Beispiel dafür wären die legendären Tachyonen ( s.a. in Wikipedia unter dem Stichwort), die auch nach Einsteins spezieller Relativitätstheorie zulässig sind. Die Elementarteilchen wären danach Verzerrungen des Raums, mit denen die imaginären Teilchen wechselwirken und ihrerseits die Raumverzerrung verstärken und/oder verändern. Die quantenmechanische Verschmierung der Eigenschaften der Elementarteilchen ergäbe sich aus der zeitlichen Mittelung der Raumverzerrungen.
Vergleichen wir dieses Bild mit dem Bild, das wir uns von Denkvorgängen machen: Die Gedanken unseres Gehirns sollen nach gängiger Wissenschaftlermeinung durch plötzliche Entladungen der Verbindungsstellen der Nervenzellen ( Synapsen) beschrieben werden, wobei diese Entladungen die Eigenschaften der Synapsen ändern. Es könnte danach sein, das die Wechselwirkung der o.g. imaginären Teilchen mit den Raumverzerrungen in ähnlicher Weise funktionieren, so dass das Universum mit all seinen Elementarteilchen ( auch denen aus denen unser Körper aufgebaut ist ) als ein gewaltiges Denkorgan beschreibbar wäre. Dieses Denkorgan hätte wohl genügend Fähigkeiten um im Vergleich zu uns als Gott akzeptiert zu werden. Es könnte natürlich sein, dass es darüber noch eine weitere Struktur gibt...

Sonntag, 22. Juni 2008

Bewusstseinserweiterung dank Enthemmung

Es gibt immer wieder Berichte über Bewusstseinserweiterung durch Drogengenuss. Die Betroffenen berichten, dass sie unter Drogen alles ganz klar sehen und viel mehr und schneller begreifen als im nüchternen Zustand. Ältere Versuche mit Menschen unter Drogen zeigen, dass diese Personen Schriftzeilen, bei denen Ober- oder Unterlängen entfernt sind, schneller rekonstruieren als nüchterne Menschen. Weitere Versuche, bei denen Menschen unter Drogen ihre erweiterten Kenntnisse aufschreiben und im nüchternen Zustand auswerten, zeigen dagegen, dass sie das aufgeschriebene später als unverständlich oder trivial empfinden. Gehirnforschung legt heute nahe, dass Wahrnehmungen im nüchternen Zustand erst dann zum Bewusstsein vordringen, wenn sie lange genug einwirken. Es spricht vieles dafür, dass das Gehirn eine Hemmschwelle hat Wahrnehmungen ins Bewusstsein vordringen zu lassen, bevor mehrere Gedankenassoziationen sich mit der Wahrnehmung beschäftigt haben und zur gleichen Interpretation kommen. So können Wahrnehmungen, die nur kurzzeitig wirken, zwar im Unterbewusstsein aufgenommen werden und dort gespeichert werden dringen jedoch nicht zum Bewusstsein vor. Wahrscheinlich schützen wir und so vor zu schnellen, voreiligen Interpretationen des wahrgenommenen. Drogen verringern anscheinend diese Hemmschwelle, bewirken so schnellere Entscheidungen und Interpretationen des Wahrgenommenen mit dem Risiko allerdings, dass die Interpretation nicht der Wirklichkeit entspricht, wie sie im nüchternen Zustand gesehen wird. Das heißt die schnellere Interpretation kann zu Halluzinationen führen. Möglicherweise haben Kinder noch eine geringere Hemmschwelle und neigen deshalb eher zum Phantasieren. Möglicherweise haben Genies die Möglichkeit die Hemmschwelle herabzusetzen und gelangen so schneller zu neuen Erkenntnissen und möglicherweise liegen Genie und Wahnsinn deshalb so eng beieinander. Einige Menschen verlieren im Alter zunehmend ihre Hemmungen und möglicherweise erklärt das Altersbedingte Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Richtig oder Falsch ist eine Machtfrage

Ob eine allgemeine Aussage richtig oder falsch ist oder ein Verhalten richtig oder falsch ist lässt sich nicht absolut festlegen, sondern ist eine Konvention. In Demokratien wird die Konvention nach demokratischen Regeln festgelegt, also durch die Macht der Mehrheit. In Diktaturen bestimmt der Diktator oder die Oligarchie was richtig oder falsch ist. Selbst die Festlegung auf mathematische Modelle zur Beschreibung der Natur ist eine Konvention, die sich unter anderem deshalb durchgesetzt hat, weil die Gegner dieser Konvention irgendwann ausgestorben sind. Sie sind ausgestorben, weil die Kulturen, die sich der Konvention angeschlossen haben, erfolgreicher waren ( z.B. durch technischen Fortschritt ), als die Kulturen, die solche Konventionen nicht angewandt haben. Auch die Frage, ob es einen Gott gibt und wie er ggf. zu beschreiben ist, wird sich durch Evolution irgendwann entscheiden, d.h. dadurch dass die Kulturen mit Gottesglauben erfolgreicher sind als die ungläubigen oder umgekehrt. In der Naturwissenschaft ist schon die Frage, ob ein Artikel zur Veröffentlichung angenommen wird eine Machtfrage, da die entsprechenden Gutachter selbst fachlich geprägt sind und dies in ihr Gutachten einfließt. Änderungen der vorherrschenden Meinung sind nur zu erreichen, indem eine abweichende Position zumindest einigen anderen Menschen bekannt und von diesen unterstützt wird. Sind diese Befürworter erfolgreich in dem Sinne, dass aus der abweichenden Meinung Folgerungen herleiten und sie Gelder für weitere Untersuchungen bekommen, die irgendwann die betreffenden Kulturen als ganzes erfolgreicher machen, dann wird die abweichende Meinung Lehrmeinung und somit richtig. Dies lässt sich auch auf die Fragestellung gut oder böse erweitern und möglicherweise auf alle Bewertungen.
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In der Stille kann man hören :)
filfys - 29. Jul, 17:43
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filfys - 19. Jul, 13:11
Danke
es ist ein schönes Erlebnis, wahrgenommen und...
filfys - 29. Mai, 13:44